Visa 13.2 · Mastercard 4853
Sie haben gekündigt — und es wurde trotzdem abgebucht
Eine Abbuchung nach der Kündigung ist einer der aussichtsreichsten Streitfälle überhaupt, denn meist hängt alles an einer einzigen Frage: Können Sie belegen, dass Sie vor dem Verlängerungstermin gekündigt haben? Wenn ja, gibt es dafür einen eigenen Streitfalltyp, und Ihre Bank kann das Geld zurückholen.
Trifft das auf Sie zu?
- Sie haben gekündigt und wurden für die nächste Periode trotzdem belastet
- Ein Gratiszeitraum ging in ein zahlungspflichtiges Abo über, obwohl Sie gekündigt hatten
- Die Abbuchungen liefen nach der Kündigung einfach Monat für Monat weiter
- Das Unternehmen hat die Kündigung bestätigt und dennoch abgebucht
- Sie wurden erneut belastet, nachdem Sie schriftlich um Beendigung gebeten hatten
Wie lange Sie Zeit haben
Sie haben 120 Tage, gerechnet ab dem Tag der Abbuchung.
Das ist die äußerste Frist des Kartennetzwerks. Ihre eigene Bank setzt oft eine frühere, und eine versäumte Frist beendet jede Rückbuchung, so gut der Fall auch ist — behandeln Sie den Termin also als Tag, bis zu dem eingereicht sein muss, nicht als Startdatum.
Was Sie vorher zusammentragen sollten
- Die Kündigungsbestätigung — E-Mail, Screenshot oder Ticketnummer
- Das Kündigungsdatum und das Datum der Abbuchung danach
- Die Vertragsbedingungen mit Verlängerungstermin oder Kündigungsfrist
- Der Kontoauszug mit dieser und früheren Abbuchungen
- Screenshots des Kundenkontos, das das Abo als gekündigt zeigt
Womit der Händler dagegenhalten wird
Das Unternehmen wird behaupten, die Kündigung sei nie wirksam geworden — Sie hätten den Tab geschlossen, den Support angeschrieben statt den Button im Konto zu nutzen, oder innerhalb einer bereits laufenden Kündigungsfrist gekündigt. Sein stärkstes Mittel sind die bei Vertragsschluss akzeptierten Bedingungen mit einer Frist, die Sie verpasst haben. Genau deshalb zählt die Bestätigung mit Zeitstempel weit mehr als Ihre Erinnerung an die Kündigung.
Was zu tun ist, der Reihe nach
- Suchen Sie die Kündigungsbestätigung. Ohne sie wird es deutlich schwerer — durchsuchen Sie das Postfach gründlich, auch den Spam-Ordner.
- Fordern Sie das Unternehmen einmal schriftlich zur Erstattung auf und heben Sie die Antwort auf.
- Notieren Sie die genauen Daten: wann gekündigt, wann abgebucht.
- Reichen Sie bei Ihrer Bank als gekündigte wiederkehrende Zahlung ein, nicht als Betrug — es war Ihre Karte und Ihr Abo, und als Betrug gemeldet wird der Fall abgelehnt.
- Lassen Sie zugleich künftige Zahlungen an diesen Händler sperren.
Wann das nicht funktioniert
Haben Sie innerhalb einer vereinbarten Kündigungsfrist gekündigt — bei Jahresverträgen oft 30 Tage —, ist die Abbuchung wahrscheinlich rechtmäßig und die Rückbuchung scheitert. Prüfen Sie die Bedingungen vorher, so unfair die Frist auch wirkt.
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